Satelliten-Workshop des Doktoratsprogrammes "Problemorientierte Sportpädagogik" der Abteilung Sportpsychologie und Forschungsmethoden 2025
Von der Methode zur Wirkung: Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen in der (post-)qualitativen Forschung

Datum: 08.04.2025
Ort: ISPW, Bern (online workshop)
Organisator*innen: Prof. Dr. Noora Ronkainen
Gastreferent*innen: Dr. Michael McDougall, University of Stirling
Teilnehmende: insgesamt 13 Teilnehmende (davon 8 Doktorierende, 2 Post-Docs, 2 Dozierende, 1 Professorin) der Universität Bern, der University of Stirling, GB, sowie der Norwegian School of Sport Science

Ziel und Fokus des Workshops

Der interaktive Workshop, organisiert in Zusammenarbeit mit Dr. Michael McDougall (University of Stirling), hatte das Ziel, aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen für Promovierende mit einem Schwerpunkt in qualitativer Forschung zu diskutieren. Im Zentrum stand eine vertiefte Reflexion über methodische, theoretische und strategische Fragen wissenschaftlicher Praxis.

Die erste Session (Prof. Dr. Noora Ronkainen) widmete sich der qualitativen Interviewforschung und der Frage, warum Forschende genau jene Geschichten erhalten, die erzählt werden. Diskutiert wurde, was die Konstruktion von Erzählungen beeinflusst, welche Erfahrungen geteilt werden und was eine „gute Geschichte“ im Forschungskontext ausmacht. Es wurde reflektiert, ob Interviews offen oder theoriegeleitet geführt werden sollten. Der zweite Schwerpunkt behandelte das Thema Forschungsimpact (Dr. Michael McDougall). Vor dem Hintergrund kompetitiver Förderstrukturen wurden unterschiedliche Dimensionen von Impact erarbeitet und Strategien diskutiert, wie gesellschaftliche Relevanz überzeugend in Anträgen dargestellt werden kann. Die dritte Session widmete sich der postqualitativen Forschung. Auf Basis der Lektüre von Bishop und Camiré (2024) wurde hinterfragt, inwiefern traditionelle, humanistische Forschungslogiken neu gedacht oder sogar aufgegeben werden sollten.

Theoretische Diskussionen

Die Diskussionen waren dialogisch angelegt und zeichneten sich durch hohe Beteiligung aus. In der ersten Einheit wurde das Interview als relationaler Prozess verstanden, in dem Bedeutung gemeinsam konstruiert wird. Die Teilnehmenden reflektierten theoretische Vorannahmen, Positionierungen und Machtverhältnisse. Im Themenfeld Impact wurden konkrete Projektideen diskutiert und hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Wirkung geschärft. Der Austausch ermöglichte praxisnahe Weiterentwicklungen eigener Forschungsvorhaben. Die dritte Einheit war als reine Diskussionsrunde konzipiert. Postqualitative Ansätze wurden als produktive Irritation erlebt, die Unsicherheiten, aber auch neue Perspektiven eröffneten.

Fazit

Der Workshop zeichnete sich insgesamt durch eine wohlwollend-kritische und reflexive Atmosphäre aus, in der theoretische Konzepte nicht nur vorgestellt, sondern gemeinsam hinterfragt und weitergedacht wurden.