Die Eigenentwicklung einer automatischen Blickbewegungsanalyse in unserem Sensomotoriklabor (Kredel et al., 2017; siehe Foto) erlaubte uns die intensive Untersuchung von Mechanismen der visuellen Wahrnehmung im Kontext der motorischen Kontrolle (zusammenfassend Klostermann et al., 2020). Ein erster Forschungsschwerpunkt galt dabei dem Phänomen des «Quiet Eye» (QE), nach dem lange finale Fixationen vor Bewegungsbeginn leistungssteigernd wirken. In Wurfstudien konnten wir hierzu nicht nur den Nachweis des kausalen Zusammenhangs zwischen QE-Dauer und Performanz bei experimenteller QE-Manipulation erbringen (Klostermann et al., 2013), sondern darüber hinaus für die als alternativen Erklärungsansatz aufgestellte Inhibitionshypothese (Klostermann et al., 2014; Klostermann & Hossner, 2018) den empirischen Befund liefern, dass sich der QE-Effekt ab einer Dauer von etwa 3 Sekunden ins Negative verkehrt (Klostermann et al., 2018). Für die periphere Wahrnehmung haben wir zudem unter Anwendung des Multiple-Object-Tracking-Paradigmas nachgewiesen, dass deren Funktionalität vom Blickwinkel zu den peripheren Zielobjekten (Vater et al., 2017a) sowie von visuellen Störreizen um die Zielobjekte (Vater et al., 2017b) und initiierten Blickbewegungen (Vater et al., 2020) anhängt. In einer Studie zu Blickstrategien im Ballett (siehe Video) haben wir schliesslich gezeigt, dass bei Mehrfachdrehungen die Spotting-Technik hilfreich ist, um Schwindelgefühlen vorzubeugen (Schärli et al., 2024).