Im Vergleich zu den Grössen des Fachs (siehe Foto mit Nikolai Bernstein, freundlicherweise verkörpert durch Thorsten Stein) sind die selbst geleisteten Theoriebeiträge umständehalber als überschaubar zu bezeichnen. Gleichwohl erscheint an dieser Stelle erwähnenswert: die Übertragung der kognitionswissenschaftlichen Modularitätshypothese auf das Bewegungslernen (Hossner, 1995), die Extrapolation fundamentaler Motorikkonzepte auf komplexes Bewegungsverhalten (Hossner, 2004), die Einführung der Metapher des «Badischen Zimmers» für sensomotorische Effektkontrolle (Hossner, 2009; siehe Video) und die Ableitung sportrelevanter Lernmechanismen hinsichtlich des Umgangs mit Bewegungsvarianz (Hossner et al., 2020; Hossner & Zahno, 2022). Weitere – durch eigene Befunde erhärtete – Theoriebeiträge betreffen die Hypothese, dass leistungsmindernde Effekte eines internalen Aufmerksamkeitsfokus selektiv an angesteuerten Bewegungsknotenpunkten auftreten (Hossner & Ehrlenspiel, 2010), die Inhibitionshypothese, nach der Quiet-Eye-bedingte Performanzgewinne auf der Hemmung suboptimaler Bewegungsvarianten beruhen (Klostermann et al., 2014), die Vermutung, dass in dynamischen Situationen Kontextwissen zur Optimierung prädiktiver Sakkaden genutzt wird (Beck at al., 2026), die Annahme, dass Risikoabwägungen in der Verhaltenskontrolle nicht in einer Planungsphase vor Bewegungsausführung abgeschlossen sind, sondern während der Bewegungsausführung weiter optimiert werden (Zahno at al., 2025), sowie die zur Annahme einer allgemeinen kreativen Fähigkeit alternative Rückführung kreativer Sportspielleistungen auf ein verbessertes Fertigkeitsrepertoire (Zahno & Hossner, 2020).