Aufbau und Inhalt

Der Studiengang ist modular organisiert. Er dauert mindestens drei Jahre und umfasst 19 in der Regel dreitägige Blockkurse mit Seminaren, Fallbeispielen und Übungen, sowie zusätzliche Lerngruppen, Praxisprojekte unter Supervision und Intervision, das Erstellen einer Diplomarbeit sowie deren Präsentation in einem Abschlusskolloquium.

Der Gesamtumfang der Studienleistungen entspricht 30 ECTS-Punkten oder 900 Stunden. Eine ausbildungsbegleitende Berufstätigkeit im Bereich der Sportpsychologie ist dringend empfohlen und für die Fachtitelbeantragung zwingend vorgeschrieben.

Modulleitung: Prof. Dr. Ernst-Joachim Hossner

Sportpsychologische Tätigkeit findet fast immer in einem multidisziplinären Kontext oder Team statt. In diesem Modul werden zentrale theoretische Grundlagen und praktische Arbeitsweisen sportwissenschaftlicher Teildisziplinen vermittelt, vor allem aus dem biologisch-medizinischen (z.B. Bewegungslehre, Sportphysiologie, Trainingslehre) und dem sozial- und verhaltenswissenschaftlichen Bereich (z.B. Sportmanagement, Sportpädagogik, Sportsoziologie).

Modulleitung: Prof. Dr. Siegfried Nagel

Der Sport hat eine grosse gesellschaftliche Bedeutung und vereint eine Vielzahl von Playern im Rahmen des schweizerischen Sportkonzepts. In diesem Modul werden die für eine erfolgreiche Tätigkeit im Feld erforderlichen Kenntnisse über die Strukturen, Aufgaben, Funktionsweisen und gegenseitigen Bedingtheiten der einzelnen Institutionen vermittelt. Es wird ein vertiefter Einblick in die Welt des Sports mit seinen verschiedenen Facetten durch eigene aktive Beteiligung und eigene Anschauung ermöglicht. (2 ETCS-Punkte)

Modulleitung: Prof. Dr. Achim Conzelmann und Prof. Dr. Roland Seiler

Zunehmend werden genuine sportpsychologische Theorien entwickelt, denen im Allgemeinen eine handlungstheoretische Orientierung zugrunde liegt. Neben einer Rahmenkonzeption des sportlichen Handelns, in welche psychologische Prozesse wie Kognition, Emotion und Motivation integriert sind, werden das Bewegungslernen, sozialpsychologische und entwicklungspsychologische Aspekte sowie gesundheitspsychologische Themen im Sport behandelt und ihr Stellenwert und ihre Anwendung in der psychologischen Tätigkeit erarbeitet. (5 ETCS-Punkte)

In letzter Zeit sind zahlreiche spezifische diagnostische Instrumente und Interventionsverfahren entwickelt worden, die in diesem Modul mit ihren Anwendungsvoraussetzungen, Interpretationsrichtlinien und Limitationen vermittelt werden. Zudem wird die Planung von Interventionen im Feld des Sports sowie die Planung und Durchführung von Evaluationen an Beispielen erarbeitet. (3 ETCS-Punkte)

Modulleitung: Prof. Dr. Roland Seiler

Für eine erfolgreiche psychologische Tätigkeit im Sport sind Selbstkompetenzen, soziale und kommunikative Kompetenzen unabdingbar, die in diesem Modul eingeübt werden. Die für eine selbständige Berufsausübung erforderlichen betriebswirtschaftlichen, juristischen und organisatorischen Kenntnisse und Kompetenzen werden ebenso vermittelt wie die berufs-ethischen und -ständischen Normen. Um die eigene Rolle besser zu verstehen, werden die Grundzüge der geschichtlichen Entwicklung der Sportpsychologie und der verschiedenen (inter-)nationalen Organisationen, welche die Interessen der Sportpsychologie vertreten, präsentiert und reflektiert. (3 ETCS-Punkte)

Modulleitung: Prof. Dr. Roland Seiler

Die Teilnehmenden wählen einen inhaltlichen Spezialisierungsbereich (Wettkampfsport, Sport und Gesundheit, Sport Handicap und sportpsychologische Forschung). Dieses Modul umfasst die speziellen Theorien, Konzepte und Befunde, die vermittelt und diskutiert werden. Es erlaubt einen vertieften Einblick in das jeweilige Feld und stellt eine Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung von Praxisprojekten in Modul 3.2 dar. (4 ECTS-Punkte)

In diesem umfangreich grössten Modul wird die Handlungskompetenz für erfolgreiche sportpsychologische Tätigkeiten eingeübt und kritisch reflektiert. Je nach ihrem gewählten Bereich planen die Teilnehmenden praktische Interventionen in Form von Schulungen, Beratungen oder Betreuungen, oder Studien im Falle des Spezialisierungsbereichs Forschung, die sie durchführen und dokumentieren. Die kritische Reflexion wird durch die Teilnahme an Intervisionsgruppen und durch Supervision bei erfahrenen Sportpsychologinnen oder Supervisoren sichergestellt. (8 ECTS-Punkte)

Die Fähigkeit der reflektierten Praxistätigkeit wird durch eine ausführliche schriftliche Falldokumentation nachgewiesen. Dieser Bericht erfüllt die Anforderungen an eine Abschlussarbeit in einem Nachdiplomstudium an der Universität Bern. Der dokumentierte Fall ist zudem in einem Abschlusskolloquium zu präsentieren und das gewählte Vorgehen zu verteidigen. (3 ECTS-Punkte)

Reglement Postgradualer Weiterbildungsstudiengang Sportpsychologie Universität Bern
Studienplan Postgradualer Weiterbildungsstudiengang Sportpsychologie Universität Bern

Ergänzende Informationen

Leistungskontrollen

Die Module 1.1, 1.2, 2.1, 2.2, 2.3 und 3.1 werden mit einer Leistungskontrolle abgeschlossen in Form von schriftlichen Klausuren, mündlichen Prüfungen, Lernberichten oder schriftlichen Ausarbeitungen, wobei Kombinationen möglich sind. Die genauen Modalitäten werden von der Programmleitung festgelegt und rechtzeitig bekannt gegeben.
Die Praxisprojekte aus Modul 3.2 werden durch die Dokumentation der Projekte belegt. In mindestens 12 Stunden Intervision und 12 Stunden Supervision sind je drei eigene Fallvorstellungen zu erbringen, durch die die Fähigkeit zur kritischen Reflexion der eigenen Tätigkeit nachgewiesen und durch die Supervisorin oder den Supervisor bescheinigt wird.Der Leistungsnachweis zu Modul 3.3. besteht aus einem ausführlichen schriftlichen Bericht über einen abgeschlossenen Fall oder ein abgeschlossenes Projekt. Der Bericht soll die Fähigkeit zur Planung, Durchführung und kritischen Reflexion einer sportpsychologischen Intervention beziehungsweise einer sportpsychologischen Forschungsarbeit dokumentieren. In einem Abschlusskolloquium wird der Bericht vorgestellt und mit Mitstudierenden und Experten kritisch diskutiert.

Dozierende

Für die einzelnen Weiterbildungsteile werden als Dozierende neben Angehörigen des Instituts für Sportwissenschaft und des Instituts für Psychologie der Universität Bern weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland sowie qualifizierte Expertinnen und Experten aus der Praxis beigezogen.

Unterrichtssprache

Die Unterrichtssprache ist mehrheitlich Deutsch. In Abhängigkeit von der Sprache der Dozierenden sind aber gute passive Kenntnisse der französischen und englischen Sprache erforderlich. Zudem ist ein grosser Teil der verwendeten Literatur englisch. Prüfungen können auf Deutsch, Französisch oder Englisch abgelegt werden.

Unterrichtsmaterialien

Die Vorbereitungs- und Kursunterlagen werden den Studierenden kostenlos abgegeben. Zudem steht für den Austausch der Studierenden untereinander sowie mit den Dozierenden und der Studienleitung eine internetbasierte Lernplattform zur Verfügung.

Durchführungsort: Bern