Moving Minds – Effekte von Bewegungspausen auf die kognitive Leistung von Primarschulkindern

Bewegungsförderungsprogramme begründen ihre Präsenz in der Schule meist mit den positiven Wirkungen von vermehrter Bewegungsaktivität auf kognitiven Leistungen von Schulkindern. So soll mehr Bewegung im Schulalltag zu verbesserter Konzentrationsfähigkeit, erhöhter Gedächtnis- und Schulleistung führen. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass sich zusätzliche Bewegung nicht nur positiv auf die Gesundheit, sondern auch auf die kognitive Leistung auswirkt, allerdings wurden die meisten Studien dazu vorwiegend mit Erwachsenen durchgeführt. Ob diese Effekte auch für Kinder und Jugendliche gelten, ist nach dem heutigen Stand des Wissens nicht eindeutig geklärt. Zudem lassen die wenigen Studien zum Thema offen, mit welcher Art von Bewegung in welcher Inszenierungsform die besten Effekte erzielt werden können. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen für das Kindesalter, dass nicht wie bisher angenommen nur aerobe Ausdauerbelastungen, sondern insbesondere auch kognitiv anspruchsvolle physische Aktivitäten für eine positive Beeinflussung kognitiver Leistungen verantwortlich gemacht werden können. Die Frage nach den qualitativen Merkmalen kognitionsfördernder physischer Aktivität von Bewegungspausen bleibt bisher unbeantwortet.

Die Abteilung I des Instituts für Sportwissenschaft, startet unter der Leitung von Fabienne Egger im Sommer 2015 ein neues Forschungsprojekt: Moving Minds

Im Zentrum des Interessens steht die Frage, inwiefern eine spezifische Bewegungsintervention in der Schule positive Effekte auf die kognitiven Leistungen von Schülerinnen und Schülern haben kann. Das geplante Projekt sieht vor, in einer Feldstudie in Kooperation mit Lehrpersonen der 2. Klassenstufe einerseits die unmittelbare Wirkung einer Bewegungsintervention und andererseits die Wirkung von täglichen Bewegungspausen mit spezifischen Inhalten während sechs Monaten auf die sog. „exekutiven Funktionen“ von Kindern zu untersuchen. Die Bewegungspausen werden je nach Modul unterschiedliche qualitative Merkmale enthalten (physisch anspruchsvoll, kognitiv anspruchsvoll, physisch und kognitiv anspruchsvoll).  

Zusätzlich interessieren innerhalb des Projekts, auch Fragen wie sich bspw. ausserschulisches Sporttreiben, die sportmotorische Leistungsfähigkeit oder die schulische Leistung auf die Bewegungsintervention auswirken